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Neu im Curriculum: Übungsreihe zur präzisen Wortwahl im Herbst
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Neu im Curriculum: Übungsreihe zur präzisen Wortwahl im Herbst

Wir erweitern das Modul Präzise Rhetorik um eine Übungsreihe zu Wortwahl, Satzbau und Pointierung. Matthias Wendt erklärt, was sich ändert und wie die Abende ablaufen.

Matthias Wendt 5 Minuten Lesezeit

Was sich im Modul Präzise Rhetorik ändert

In diesen Wochen überarbeiten wir das Modul Präzise Rhetorik. Der Kern bleibt, wie er war: Sie üben, genau das zu sagen, was Sie meinen, und nicht mehr. Neu ist die Reihenfolge der Übungen. Bisher haben wir Wortwahl, Satzbau und Pointierung in einem Block behandelt, und mancher Teilnehmende hat uns zurückgemeldet, dass dabei zu viel auf einmal geschah.

Künftig trennen wir die drei Ebenen sauber. Zuerst arbeiten Sie am einzelnen Wort, dann am Satz, zuletzt an der Wirkung einer Aussage im Zusammenhang. Jede Ebene hat ihre eigene Übungsfolge mit kurzer Rückmeldung durch die Dozentin oder den Dozenten.

Als Dozent für strukturiertes Denken sehe ich das Modul von der Seite der Gliederung: Wer seine Gedanken geordnet hat, findet die passenden Worte leichter. Deshalb bleibt eine kurze Vorübung zur Kernaussage am Anfang jeder Einheit erhalten.

  • Drei getrennte Übungsebenen: Wort, Satz, Aussage
  • Kurze Rückmeldung nach jeder Übungsfolge
  • Vorübung zur Kernaussage zu Beginn jeder Einheit

Das einzelne Wort: genau statt ungefähr

Die erste Ebene klingt unscheinbar und ist doch die anspruchsvollste. Viele Sätze im Berufsalltag enthalten Wörter, die nur ungefähr treffen: wir müssen das irgendwie angehen, es gibt da gewisse Herausforderungen. Solche Wendungen füllen Raum, ohne etwas zu sagen.

In der Übung nehmen Sie eigene Sätze aus Ihrem Arbeitsumfeld und ersetzen jedes unscharfe Wort durch das genauere. Aus gewisse Herausforderungen wird dann zum Beispiel die Lieferfrist und die Personalplanung. Das kostet anfangs Zeit, schärft aber den Blick dafür, wo Ihre Aussage tatsächlich liegt.

Wir arbeiten dabei bewusst mit Ihren Formulierungen und nicht mit Beispielen aus Lehrbüchern. Nur so merken Sie, welche Ausweichwörter Sie selbst bevorzugen, und können gezielt etwas daran ändern.

Der Satz: Länge, Bau und Atem

Auf der zweiten Ebene geht es um den Satzbau. Lange, verschachtelte Sätze lesen sich auf dem Papier oft noch gut, beim Sprechen verliert das Publikum dagegen den Faden. Wir üben deshalb, Sätze so zu bauen, dass das Wichtigste vorn steht und der Nebensatz nicht den Hauptgedanken verdeckt.

Eine bewährte Übung ist das Halbieren: Sie formulieren einen langen Satz laut, wir teilen ihn gemeinsam in zwei kürzere und prüfen, ob die Aussage dadurch klarer wird. Meistens ist das der Fall, manchmal zeigt sich, dass der Satz zwei Gedanken enthielt, die getrennt gehören.

Hier ergänzt sich die Arbeit mit den Kolleginnen aus dem Bereich Stimme: Wo Sie beim Sprechen Luft holen müssen, ist oft die Stelle, an der der Satz ohnehin enden sollte.

  • Wichtiges nach vorn, Einschübe nach hinten
  • Lange Sätze laut sprechen und gemeinsam teilen

Die Pointe: eine Aussage, die hängen bleibt

Pointierung heißt nicht, besonders witzig oder wortgewaltig zu sein. Gemeint ist die Fähigkeit, eine Aussage so zu schließen, dass das Gegenüber weiß, worauf es ankam. Ein Satz, der verpufft, hinterlässt keine Spur, auch wenn er inhaltlich richtig war.

Wir üben dazu das Schlussformulieren: Sie tragen einen kurzen Gedankengang vor und beenden ihn mit einem Satz, der die Kernaussage trägt. Die Gruppe sagt anschließend, was bei ihr angekommen ist. Weicht das von Ihrer Absicht ab, arbeiten wir am Schluss, nicht am ganzen Beitrag.

Diese Rückmeldung ist unaufgeregt und konkret. Es geht nicht um Bewertung, sondern darum, die Lücke zwischen Gemeintem und Gehörtem sichtbar zu machen.

Wie ein Abend im Modul abläuft

Ein Abend gliedert sich in drei Teile. Zu Beginn steht die kurze Vorübung zur Kernaussage, danach folgt die Arbeit an der jeweiligen Ebene in Kleingruppen, zum Schluss tragen alle einen kurzen Beitrag vor dem gesamten Kurs vor. Die Gruppen bleiben klein, damit jeder mehrfach zum Sprechen kommt.

Zwischen den Terminen erhalten Sie eine kleine Aufgabe für den Alltag, etwa ein Gespräch oder eine Besprechung, in der Sie gezielt auf eine Ebene achten. Sie müssen nichts aufschreiben oder abgeben; beim nächsten Mal berichten Sie kurz, was Ihnen aufgefallen ist.

Wer das Modul zusammen mit Einzelcoaching belegt, kann dort an den eigenen Beispielen weiterarbeiten und sich dabei auf Video ansehen.

  • Vorübung, Gruppenarbeit, Kurzbeitrag
  • Kleine Alltagsaufgabe zwischen den Terminen

Für wen sich die Reihe eignet

Das Modul richtet sich an Berufstätige, die häufig sprechen müssen und den Eindruck haben, ihre Aussagen kämen unscharf an. Vorkenntnisse in Rhetorik sind nicht nötig. Hilfreich ist die Bereitschaft, eigene Formulierungen offen anzuschauen und gelegentlich zu korrigieren.

Realistisch ist, dass Sie nach dem Modul bewusster formulieren und unscharfe Stellen früher bemerken, auch in Ihren eigenen Texten. Eine fertige Redegewandtheit über Nacht verspricht das Modul nicht, denn Präzision entsteht durch Wiederholung im Alltag.

Wenn Sie unsicher sind, ob das Modul zu Ihrer Situation passt, schildern Sie uns über das Kontaktformular kurz Ihre typischen Gesprächssituationen. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob ein anderes Modul sinnvoller wäre.

Die überarbeitete Übungsreihe macht das Modul Präzise Rhetorik übersichtlicher: erst das Wort, dann der Satz, dann die Wirkung der Aussage. Wer genauer spricht, wird besser verstanden und muss sich seltener erklären. Wenn Sie das in einer kleinen Gruppe üben möchten, finden Sie die Inhalte im Curriculum, und über die Kontaktseite erreichen Sie uns mit Ihren Fragen zum Einstieg.

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