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Spontane Eloquenz: Was sich im Kursangebot für den Herbst ändert
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Spontane Eloquenz: Was sich im Kursangebot für den Herbst ändert

Wir haben die Stegreifübungen und Gesprächssimulationen überarbeitet. Katharina Lindemann erklärt, wie die Einheiten jetzt aufgebaut sind und was Teilnehmende davon erwarten dürfen.

Dr. Katharina Lindemann 4 Minuten Lesezeit

Warum wir das Modul überarbeitet haben

Spontane Eloquenz war von Beginn an das Modul, das Teilnehmende am meisten fordert und zugleich am stärksten verändert. Über die Jahre haben wir beobachtet, an welchen Stellen die Übungen trugen und wo sie zu viel Druck erzeugten. Wer sich unter Zeitnot zu äußern versucht, greift oft zu Füllwörtern oder bricht Sätze ab, weil der Kopf schneller läuft als der Mund. Genau dort setzen wir an.

Die Überarbeitung folgt einer einfachen Überlegung: Ruhe im Gespräch entsteht nicht durch Wissen über Ruhe, sondern durch wiederholte Erfahrung, dass man auch ohne Vorbereitung eine geordnete Antwort findet. Deshalb haben wir den Anteil der praktischen Übungen erhöht und die Erklärphasen gekürzt. Sie sprechen früher und öfter, aber in kleineren, gut beherrschbaren Schritten.

Der neue Aufbau der Einheiten

Jede Einheit beginnt mit einer kurzen Aufwärmrunde, in der Sie in einer Minute zu einem alltäglichen Thema sprechen. Es geht dabei nicht um Brillanz, sondern darum, den Einstieg zu üben: ersten Satz setzen, Kernaussage nennen, einen Gedanken zu Ende führen. Danach folgen die Stegreifübungen in wechselnder Konstellation, allein vor der Gruppe, im Zweiergespräch und in kleinen Diskussionsrunden.

Im zweiten Teil arbeiten wir mit Gesprächssimulationen, die an Situationen aus Ihrem Berufsalltag angelehnt sind. Das kann eine unerwartete Rückfrage in einer Besprechung sein, ein Einwand in einer Verhandlung oder eine Bitte um Stellungnahme ohne Vorlauf. Die Gruppe gibt anschließend Rückmeldung zu Ordnung, Wortwahl und Wirkung, ruhig und sachlich, ohne Bewertung der Person.

  • Aufwärmrunde mit einer Minute Redezeit
  • Stegreifübungen allein, zu zweit und in der Gruppe
  • Gesprächssimulationen mit anschließender Rückmeldung

Was in den Simulationen konkret geübt wird

Eine Simulation dauert meist zehn bis fünfzehn Minuten und folgt einem klaren Rahmen. Sie erhalten eine kurze Ausgangslage, nehmen eine Rolle ein und antworten auf Fragen, die Sie vorher nicht kennen. Wir achten dabei weniger auf den Inhalt als auf den Weg zur Antwort: Haben Sie sich einen Moment genommen, bevor Sie sprachen? Gibt es eine erkennbare Hauptaussage, und folgen die Begründungen ihr?

Besonders wertvoll ist die Wiederholung derselben Situation mit kleinen Anpassungen. Beim zweiten Durchgang fällt vielen auf, wie viel ruhiger und kürzer die Antwort wird, sobald sie das Muster erkannt haben. Das ist keine Auswendiglernerei, sondern ein Gespür für Gliederung, das sich auf neue Anlässe übertragen lässt. Matthias Wendt ergänzt hier gelegentlich Methoden zur schnellen Strukturierung.

Die Rolle von Atem, Pause und Tempo

Spontanes Sprechen gelingt selten, solange der Atem flach und das Tempo gehetzt ist. Deshalb binden wir kurze Übungen von Elena Brandt in die Einheiten ein. Sie lernen, vor der ersten Silbe einmal bewusst auszuatmen, eine Pause als Denkzeit zu nutzen und das Sprechtempo an die Komplexität des Gedankens anzupassen.

Viele Teilnehmende empfinden eine Pause zunächst als Schwäche. In der Praxis wirkt sie auf das Gegenüber ruhig und überlegt. Wir üben deshalb gezielt, zwei bis drei Sekunden Stille auszuhalten, bevor eine Antwort beginnt. Mit der Zeit wird daraus eine Gewohnheit, die Gesprächen Gelassenheit gibt, auch wenn die Frage unerwartet kam und die Antwort noch nicht ganz fertig im Kopf liegt.

Für wen sich das Modul eignet

Das Modul richtet sich an Führungskräfte, Fachspezialisten und Berufstätige, die regelmäßig ohne Vorbereitung sprechen müssen: in Besprechungen, bei Rückfragen, in Gesprächen mit Kunden oder im Team. Besondere Vorkenntnisse sind nicht nötig. Hilfreich ist die Bereitschaft, sich vor einer kleinen Gruppe auszuprobieren und auch einmal zu stolpern, denn genau daraus entsteht der Lernfortschritt.

Wer lieber zunächst in geschütztem Rahmen beginnt, kann das Modul mit dem Einzelcoaching verbinden. Dort üben Sie dieselben Situationen zu zweit, mit Videoanalyse und persönlichem Übungsplan. Viele wechseln danach in die Gruppe, weil sie dort mehr Abwechslung und andere Gesprächspartner erleben. Beide Wege führen zum selben Ziel: ruhig und geordnet antworten zu können.

  • Keine Vorkenntnisse erforderlich
  • Kleine Gruppen, kein Auftritt vor großem Publikum
  • Kombination mit Einzelcoaching möglich

Realistische Erwartungen an das Ergebnis

Nach dem Modul werden Sie nicht plötzlich jede Situation mühelos meistern. Realistisch ist, dass Sie Ihre Antworten schneller ordnen, weniger Füllwörter verwenden und sich in unerwarteten Momenten sicherer fühlen. Der Effekt wächst, wenn Sie zwischen den Einheiten kleine Übungen in den Alltag mitnehmen, etwa eine Minute Stegreifrede zu einem Thema beim Spaziergang.

Wir geben keine Garantien, wohl aber einen klaren Weg. Jede Einheit endet mit einer konkreten Aufgabe für die folgenden Tage, und zu Beginn der nächsten Einheit sprechen wir darüber, was gelungen ist und was sich noch sperrig anfühlt. So bleibt der Fortschritt sichtbar, auch wenn er sich in kleinen Schritten vollzieht und nicht in großen Sprüngen.

Die überarbeitete Spontane Eloquenz setzt auf häufiges, kurzes Sprechen in sicherem Rahmen, auf Rückmeldung ohne Härte und auf die ruhige Pause als Werkzeug. Wenn Sie in diesen Herbstwochen darüber nachdenken, Ihre Gesprächsführung zu festigen, ist dieses Modul ein guter Einstieg. Fragen dazu beantworten wir gern im persönlichen Gespräch.

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